Auerbacher ist Deutscher Vizemeister - Jana Bauernfeind und Tatjana Schauer gehören zur Bayernauswahl
 Die meisterlichen Judokas vom SV Neuhaus
Foto: Schwemmer
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Beim Training der Judogruppe des SV Neuhaus-Rothenbruck in der Turnhalle der Grundschule Neuhaus kann es der 15-jährige Judoka Dominik Böhmer aus Auerbach jetzt langsam angehen. Der große Stress der Meisterschaftsturniere ist vorbei .

NEUHAUS/AUERBACH - In den vergangenen zwei Monaten kämpfte er sich nach den mittelfränkischen Meisterschaften im Dezember durch die Nordbayerischen, die Bayerischen und die Süddeutschen Meisterschaften und qualifizierte sich für die Teilnahme an der Deutschen Einzel- Meisterschaft am Nürburgring. Das Resultat lässt sich sehen.

Dominik Böhmer, mittlerweile Träger des braunen Gurts, des Ichi-Kyu, ist Deutscher U 17-Vizemeister. Vor einem Jahr war ihm nur ein neunter Platz gelungen. Damals war er noch Träger des niedrigeren blauen Gurts, des Ni-Kyu der zweiten Stufe.

Stetig hochgearbeitet

Seit Beginn seiner Judo-Laufbahn im Jahr 2000 hat er sich über die verschiedenen Leistungsstufen vom weißen Gürtel Ku-Kyu – die unterste neunte Stufe – zum braunen «Ichi-Kyu», dem höchsten Schülergürtel hochgearbeitet. Dominik spielt wie viele Jungs gerne Fußball. Das Bolzen mit den Freunden war auch seine erste sportliche Betätigung. Zum Vereinskicker wurde er jedoch nicht.

Daneben hatte er die ganzen Jahre auch Spaß am Tischtennisspiel, am Schwimmen und Joggen. Ab dem sechsten Lebensjahr war er daneben beim Kinderturnen des damaligen ASV Auerbach. Als sich sein Interesse vom Turnen löste, erzählte ihm ein Freund der Familie von Judo. Er ließ sich begeistern und so durfte er mal mit nach Neuhaus zum Schnuppern in der Judogruppe.

«Judo ist eine tolle Kampfsportart. Beim Judo bin ich auf mich alleine gestellt und nicht abhängig von der Mannschaft. Außerdem lerne ich viel für die Selbstverteidigung», erklärt er seine Freude an der Sportart. Dass er von Anfang jede Menge Spaß dabei hatte, glaubt man ihm gerne. Denn wer sonst als eine Kämpfernatur würde schon im Alter von fünf Jahren in diesen Sport einsteigen und sich bis zum Deutschen Vizemeister hochkämpfen.

Zusammen mit Dominik Böhmer trainieren rund 20 kleinere und größere Mädchen und Jungs unter der qualifizierten Anleitung von Achim Schauer, Judotrainer des SV Neuhaus und Träger des schwarzen Gurts. Nach dem Aufwärmen ist volle Konzentration gefordert. Dann wird regelmäßig ein umfassendes Trainingsprogramm absolviert. Dazu gehören Übungen zur Stärkung der Muskelkraft und zur Steigerung der Reaktionsschnelligkeit.

Die meisten trainieren zwei Mal wöchentlich. Für einen Judoka seiner Qualität kommt als Mitglied der Bayernauswahl natürlich noch das wöchentliche, zweistündige Stützpunkttraining dazu. Ebenfalls zur Bayernauswahl in der Altersklasse U 14 gehören Jana Bauernfeind und Tatjana Schauer.

Beide qualifizierten sich für die Bayerischen Meisterschaften, wobei Jana Bauernfeind nach dem Titel der Nordbayerischen Meisterin auch noch den Titel der Bayerischen Meisterin nach Neuhaus holte. Auch sie hat sich im vergangenen Jahr um eine Dan-Stufe verbessert und trägt nun den orange-grünen Shi-Kyu der vierten Stufe. Viermal eineinhalb Stunden Training zeigen ihren großen Eifer.

Erfolgreiche Dritte im Bunde

Tatjana Schauer ist Trägerin des grünen San-Kyu der dritten Stufe. Sie geht mit viel Spaß an ihren Sport und trainiert fünf mal eineinhalb Stunden im Verein und einmal zwei Stunden beim Stützpunkttraining. Abteilungsleiter Stephan Haase wünschte sich bei derart steigenden Erfolgen mehr Unterstützung vom Verein und von den Sponsoren.

Glücklicherweise steht ein gesponsorter Mannschaftsbus für Fahrten zur Verfügung, doch den müssen sich die Judokas teilen. Je besser seine Youngsters werden, desto weiter werden allerdings auch die Fahrten und für die Teilnahme an den mittelfränkischen, nordbayerischen, Bayerischen, süddeutschen oder gar deutschen Meisterschaften fallen zudem Übernachtungskosten an. Die Akteure sollen ja ausgeruht in die Wettkämpfe gehen.

 

Ein Artikel der Nordbayerischen Nachrichten - Pegnitz und Umgebung vom 06.03.2010